Synthetische Duftstoffe: „Des einen Freud', des anderen Leid“

 

Was tut ein Mensch, der auf synthetische Duftstoffe mit körperlichen Beschwerden reagiert? Erst mal ausweichen. Es ist aber keine Problemlösung, immer einen Schritt zurück zu gehen. Darum versuche ich es als MCS-Betroffener einmal mit einem Schritt nach Vorne:

Den meisten Anwendern von Duftstoffen ist die Problematik kaum bekannt. Das einatmen synthetischer Duftstoffe kann bei Kindern, Schwangeren, MCS-Kranken und Allergikern zu Gesundheitsschäden führen.

  • Verzichten Sie bitte auf synthetische Duftstoffe bei Veranstaltungen und in öffentlichen Räumen. 

Ich bin nicht der einzige, der sich für Ihre Zurückhaltung und Rücksichtnahme bedankt!

  • Welche Duftstoffe sind gemeint? 
  1. Am meisten Probleme bereiten „Langzeitduftstoffe“ wie sie gerne in Deos und Parfüms Verwendung finden, deren Werbung hält was sie verspricht: Der Duft hält viele Stunden an. 
  2. Weniger problematisch sind synthetische Duftstoffe in Duschlotionen, Haarshampoos usw., die sich unmittelbar nach dem Gebrauch verflüchtigen. 
  3. Natürliche Duftstoffe, also Pflanzendüfte, sind für MCS-Betroffene kein Problem. Ich verwende selbst Seifen mit Essenzen aus natürlichen Duftstoffen. Es gibt jedoch Allergiker die auch auf Naturdüfte reagieren. 
  • Parfüms, Deos usw. aus der Gruppe-1 lassen sich nur schwer sparsam dosieren und setzen sich in Bekleidung und Gegenständen und sogar in der der Raumluft hartnäckig fest.
  • Produkte der Gruppe 2+3 führen bei sparsamer Dosierung nur selten zu einer Belästigung Dritter.

Die Missachtung von Warnungen ist allgegenwärtig: „Bereits 1898 bemerkte die britische Gewerbeaufsichtsbeamtin Lucy Deane, dass „aufgrund der schlimmen Wirkung von Asbeststaub vom königlichen Leibarzt (Medical Inspector) eine mikroskopische Untersuchung des Mineralstaubs durchgeführt wurde. Klar erkennbar war die scharfe, glassplitterähnliche Form der Partikel, und wo immer sie aufsteigen und sich selbst in geringen Mengen in der Raumluft verteilen konnten, traten die erwarteten schädigenden Auswirkungen ein.“ (Deane, 1898). Einhundert Jahre später, 1998, entschloss sich die britische Regierung zu einem Verbot von Asbest, und im darauffolgenden Jahr schloss sich die Europäische Union diesem Verbot an.“ 

Aus: "Umweltbundesamt, SPÄTE LEHREN AUS FRÜHEN WARNUNGEN"

Die Missachtung von Warnungen ist allgegenwärtig: „Bereits 1898 bemerkte die britische Gewerbeaufsichtsbeamtin Lucy Deane, dass „aufgrund der schlimmen Wirkung von Asbeststaub vom königlichen Leibarzt (Medical Inspector) eine mikroskopische Untersuchung des Mineralstaubs durchgeführt wurde. Klar erkennbar war die scharfe, glassplitterähnliche Form der Partikel, und wo immer sie aufsteigen und sich selbst in geringen Mengen in der Raumluft verteilen konnten, traten die erwarteten schädigenden Auswirkungen ein.“ (Deane, 1898). Einhundert Jahre später, 1998, entschloss sich die britische Regierung zu einem Verbot von Asbest, und im darauffolgenden Jahr schloss sich die Europäische Union diesem Verbot an.“ 

Aus: "Umweltbundesamt, SPÄTE LEHREN AUS FRÜHEN WARNUNGEN"


Gibt es schadstoffarme, alternative Kosmetikartikel?

 

  • Die Website http://www.codecheck.info/kosmetik_koerperpflege.kat listet tausende von Kosmetikartikeln und deren Inhaltsstoffe und Risiken auf. Hier findet man viele schadstoffarme Alternativen.
  • Auszug aus den ernüchternden Anmerkungen zu Inhaltsstoffen in Rasierschaum, Deos und Parfüm:
  • „allergisierend, möglicherweise fruchtschädigend.“
  • „greift die Leber an und kann Anilin abspalten, das im Verdacht steht, Krebs auszulösen.“
  • „Ein genauer Termin, wann das Verbot in Kraft tritt, steht noch nicht fest.“ 
  • „Hormonelle Störungen wie Veränderungen der Geschlechtsorgane wurden bei Tieren dokumentiert.“
  • „Halogenorganische Verbindungen … gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an. Die Hersteller wenden oft ein, dass es unschädliche und sogar nützliche halogenorganische Verbindungen gibt. Dabei handelt es sich aber zumeist um natürliche, nicht um künstlich hergestellte Stoffe. Wegen der Vielzahl der halogenorganischen Verbindungen ist mit der Testmethode, die das von uns beauftragte Labor anwendet, die genaue Verbindung nicht feststellbar. Auch die Hersteller wissen meist nicht, welcher Stoff in ihrem Produkt vorkommt.“
  • „Ci 60730 Darf laut Kosmetikrichtlinie/-verordnung nur in kosmetischen Mitteln verwendet werden, welche nicht mit Schleimhäuten in Berührung kommen sollen.“ Was passiert, wenn der Duft des Produkts sein Ziel erreicht, also in die Atemwege gelangt?

Weitere Infos:

  • Düfte sind feinste Moleküle, die bei Einatmen vom menschlichen Körper bis ins Blut aufgenommen werden können. Aromatherapien nutzen diesen Effekt um gezielt psychische oder körperliche Reaktionen auszulösen. Zahlreiche Bestandteile von synthetischen Düften sind jedoch nicht deklariert und ihre Kombinationswirkung und konkrete Gesundheitswirkung oder -gefährdung ist weitgehend unerforscht.
  • Synthetische Duftstoffe können das Immun- und Nervensystem und die Gefäßwände schädigen.
  • Links:
  •  MCS: Multiple Chemikalien Sensitivität (ICD-10T 78,4) ist eine Überempfindlichkeit gegenüber geringen Konzentrationen von Chemikalien und Stoffen des Alltags, die über die Haut, die Nahrung, vor allem aber über die Atemwege aufgenommen werden. 
    • Kleinste Mengen an Ausdünstungen von z.B. Farben/ Lacken, neuen Baumaterialien, Zigarettenrauch, Parfüm, Abgase, Toner und vieles mehr führen bei den Erkrankten zu Beschwerden, die in manchen Fällen letztendlich sogar lebensbedrohlich werden können. Im Laufe der Zeit können Betroffene auch auf natürliche Produkte wie Lebensmittel reagieren. 
    • Betroffen sind vor allem Menschen mit entsprechender genetischer Disposition die  über längere Zeit Lösemitteln aus Erdölprodukten und anderen flüchtigen Chemikalien ausgesetzt sind. Mitarbeiter von Kunststoffherstellern, Malereibetrieben, Druckereien...
  • Was bringt die Zukunft?
    • 720-Stunden-Deo - oder gleich das 701.280-Stunden-Deo, das kurz nach der Geburt aufgetragen wird und bis zum Tod des Konsumenten hält.
    • Dufte Aussichten: Pantentanmeldung der Henkel AG für polymere Duftkapseln.