Welches ist der beste Softproof-Monitor?

 

Ist Ihnen mit den sieben wichtigsten Kaufkriterien geholfen? Bitte sehr:

 

1. Hersteller haben die Möglichkeit, Softproofsysteme (Monitor, Messgerät, Software, Normlichtbox) von der Fogra zertifizieren zu lassen. Bevorzugen Sie „FograCert“-Softproof-Systeme.

 

2. Bevorzugen Sie eine Hardwarekalibrierung; sie vereinfacht den Abstimmvorgang erheblich und die Farbqualität wird mess- und sichtbar besser. Eine Softwarekalibrierung ist allenfalls für den Amateurbereich tragbar.

 

3. LED-Monitore und die IPS-Technik sorgen auch bei größerem Blickwinkel für stabile Farben. Angaben zur realen Blickwinkelabhängigkeit stehen nicht in Datenblättern, können jedoch dem Fogra-PreCert (Klasse A und B) entnommen werden.

 

4. Ausreichende Homogenität (Helligkeitsverteilung). Higend-Monitore liegen bei unter 5% Abweichung. Lassen Sie sich eine Maximalabweichung von 10% garantieren. Visuell oder mit Validierungs-Tool prüfen.

 

5. Zum Display passendes Messgerät und Kalibrierungssoftware auswählen: Lassen Sie sich bestätigen, dass Ihr Messgerät, die Kalibrierungssoftware und der Monitor kompatibel sind! Wenn Sie noch kein Kalibrierungswerkzeug haben, kaufen Sie es am besten im Paket mit dem Display bzw. einem „FograCert“-Softproof-System.

 

6. Ein farbverbindlicher Referenzdruck. Es hält sich leider immer noch das hartnäckige Gerücht, dass eine messtechnische Kalibrierung/Validierung höher zu bewerten ist als das Ergebnis einer visuellen Kontrolle. Deshalb verzichten auch Profis in der Foto- und Druckindustrie und sogar Hersteller von Softproof-Systemen auf die visuelle Kontrolle und beklagen gleichzeitig eine minderwertige Softproofqualität. Die Fogra empfiehl nach intensiver Softproof-Forschung die messtechnische Validierung mit einer visuellen Kontrolle anhand eines Referenzprints mit einem aus dem Druckbogen vermessenen Referenzprofil.

 

7. Zur Hardwarekalibrierung muss in der Kalibrierungssoftware die Feinabstimmung von Farbtemperatur- und RGB-Balance integriert sein, um die visuelle Feinabstimmung auf das reale Umgebungslicht zu ermöglichen. Diese Funktion deckt die Kalibrierungssoftware "Eizo ColorNavigator" vorbildlich ab. Bei einer Softwarekalibrierung muss die Monitoreinstellung nicht nur die stufenlose Regelung der Helligkeit, sondern auch der Farbtemperatur- und RGB-Balance ermöglichen. Prüfen Sie dies vor dem Kauf, auch bei den untenstehend empfohlenen Monitoren für Privatanwender.

 

Hersteller:

Zu den für die Softproofanwendung bevorzugten Herstellern zählen Eizo (Serie CG, CX) und NEC, aber auch bei LaCie und LG finden sich geeignete Geräte. Unter den Apple-Displays gibt es vor allem wegen der spiegelnden Oberflächen und fehlenden Hardwareeinstellung/Kalibrierbarkeit derzeit kein empfehlenswertes Gerät zur professionellen Softproofanwendung.

 

Für Privatanwender mit kleinem Geldbeutel können IPS-Monitore unter EUR 500,00 empfohlen werden, die – mit Qualitätsabstrichen vor allem in der Homogenität – für die private Bildbearbeitung besser geeignet sind als reine TFT-Monitore. Achten Sie bei diesen Geräten besonders auf eine stufenlose Farbtemperatur- bzw. RGB-Einstellung.

 

Anleitung:

Eine ausführliche Beschreibung von Monitorkriterien, eine systematische Anleitung mit allen notwendigen Hilfsmitteln und einem farbverbindlichen Referenzprint enthält das Anwendungspaket "ChromoAssist Softproof Kompendium". Für Hobbyfotografen bietet "Der digitale Farbassistent" eine einfache Anleitung mit Referenzprint.

 

 

Monitor-Blendschutz:

Zur farbrichtigen Softproof-Beurteilung ist ein Blendschutz für den Monitor zwingend erforderlich. Nicht alle Monitore, die zur Softproofanwendung eingesetzt werden, sind vom Hersteller mit einer Blenschutzhaube ausgestattet. Lassen Sie sich eine Blendschutzhaube für Ihren Monitor anfertigen, wie sie der Lechrain-Verlag anbietet.